Susanne Husse und DFS, Agora Konversationen (2013)

Montag, 1.4.2013, Morgens, SH

Guten Morgen Discoteca Flaming Star,

zum Einstieg in unsere Tagebuch-Unterhaltung und weil „Agora“ mit der Formulierung einer Verteidigung beginnt, schicke ich euch hier einige Titel der Tageszeitungen von heute, 1. April (Ostermontag). Die Themen sind die üblichen: Krieg, Religion, Revolution und Repression, Pharmakodiktatur, Wirtschaftskrise.

Konflikt mit Nordkorea: Südkorea droht Kim Jong Un mit militärischer Vergeltung (Spiegel Online), Glauben in Ostdeutschland: Unter leerem Himmel (Süddeutsche), Satiriker Bassem Youssef vor Gericht: Ägyptens Justiz geht gegen Regimekritiker vor (Tagesspiegel), Novartis loses Indian patent case: Supreme Court rejects application for cancer drug Glivec (Financial Times), Die deutsche Selbstzufriedenheit ist gefährlich: Die Welt von McKinsey (faz)

Monday. Defending as ones own life

Die Tänzerin läuft auf die alte Fabrikwand zu, vielleicht ist dort ein Eingang, später wird man erkennen, dass es ein zugemauertes Fenster ist, sie bleibt stehen, schaut nach oben, über ihr weht sanft das dunkle Netz.

Ich frage mich, wie sich „Verteidigung“ im Zusammenhang mit eurer künstlerischen Praxis diskutieren lässt. Da unsere Körper, Sprachen, Beziehungen und gesellschaftlichen Vorstellungen in immer fragmentierteren oder prekäreren Zuständen existieren, lässt sich die Dringlichkeit, etwas, wie sein eigenes Leben zu verteidigen auf verschiedenste Bereiche der Gegenwart beziehen. Gleichzeitig muss es einen Unterschied zwischen diesem zu verteidigenden Etwas und dem eignen Leben geben, damit der Vergleich überhaupt funktioniert. Wo verläuft für euch diese Grenze und wie würdet ihr Verteidigungsstrategien im Rahmen eurer Kunst definieren? Was ist es Wert, verteidigt zu werden und wie?

Bis heute Abend. Morgen seid ihr dran.
Susa

Montag, 1.4.2013, Abends, DFS

Guten Abend Susanne,
in einem Gespräch welches wir vor kurzem mit der Biologin Marta Magariños in Madrid führten, schloss diese eine Diskussion über Kunst mit der Aussage: „Ich will das Kunst grösser als das Leben ist (…) damit sie einen Bezug zu meinem Leben haben kann. Die Welt ist zu klein für meine Sehnsüchte, die Kunst aber kann es damit aufnehmen!“

Es muss um alles gehen. Never The Less.

Wenn es eine Gerichtsverhandlung über die Realität gäbe, wäre die Arbeit von DFS ein Beweis dafür, das Fragilität ein Teil der Realität ist und sein kann.

Durch Schichten von Verwirrung. Insistieren. Unterbrechungen. Zögern. Zwischenzeiten. Das Zwischen ist dort wo Niemand und Nichts herrscht.

In Gedanken miteinander verweht die Agora entlang denkend.

Bis Morgen
Cristina + Wolfgang

Dienstag, 2.4.2013, Morgens, DFS

Guten Morgen Susanne,

wir sind auf dem Weg nach León, um dort die Ausstellung von Geta Bratescu anzusehen. Gestern besuchten wir Antonio Ballester in seinem Atelier um mit ihm über seine neuen Gemälde zu sprechen. Valentina sagt Sätze aus 3-5 Wörtern, meistens spanisch. Wir sprachen über Norman Mailers Armeen der Nacht, Susan Buck-Morss Dialektik des Sehens, Peter Weiss, hautfarbenen Lippenstift, sowie die Börse in Madrid.

Tuesday. Moving as weeping King Kongs
Fleisch gewordene Erinnerungen bewegen (sich)?
Verkörperung von Wahrheiten, welche historische Dokumente nicht artikulieren können?
Neue Gefühle und Unsicherheiten können entstehen?
Die Tänzerin glitzert und schreitet zärtlich.

Bis heute Abend
Cristina + Wolfgang

Dienstag, 2.4.2013, Abends, SH

Guten Abend Cristina und Wolfgang,
kennt ihr die Geschichte vom Schriftsteller, der sich aufgab in dem Versuch den Don Quijote Wort für Wort noch einmal zu schreiben? Seine Zwischenzeit liegt in der Überlagerung von Erinnerung, Vergessen und dem undeutlichen Bild eines noch nicht geschriebenen Buches oder vielleicht auch zwischen kannibalischer Einverleibung und Neuschöpfung (vielleicht auch ein „Reenactment“?).

Von King-Kong-Kunst- und Realitätsbegriffen zu trauernden Bewegungen. Alle sehnen sich nach dem Frühling. In Berlin vergeht kein Tag, ohne dass über die Leiden des Winters geflucht würde. Mittlerweile, scheint es, steht er für alles Mikro- wie Makrobedrückende. Was sagt denn Valentina in ihren kurzen Sätzen?

Mitten in der eben erwähnten Erzählung (von Borges) taucht wie aus dem Nichts das schöne Zitat von Poe auf:

Ah, bear in mind, this garden was enchanted.

Eine gute Nacht, bis Morgen.
Susa

Mittwoch, 3.4.2013, Nachmittags, SH

Hallo Discoteca,
heute kam ich erst jetzt zum schreiben, denn der Vormittag war dem Gespräch mit Lorenzo Sandoval gewidmet über die prekären Körper unserer Zeit. Wir bereiten zum Sommer hin eine neue Sache vor unter dem Titel „dissident desire“. Das Mittwochsmotiv passte dazu sehr gut:

Harbouring as part of a collective

Die Erotik des Kollektivs oder Agoraphilia? Was für eine Art der Protagonistin ist sie? Wie ist sie konstituiert durch die unsichtbaren Protokolle des Raums, der Formen, Geschichten und Diskurse um sie herum? Sie ist nicht allein. Spricht sie vielleicht mit jemandem? Sind wir das, hinter der Kamera mit unserer Sehnsucht nach Gemeinschaft? Jean Renoir hat mal gesagt, die Agora der alten Griechen sei ein Ort, der dem Austausch von Gedanken gewidmet sei, auf denen eine Gemeinschaft aufbaue. Aber auch einer, an dem eigentlich nichts „passiere“. Mir scheint die Kunst einer der wenigen Orte, wo sich diese Trägheit im Produzieren, dieser Eifer der Phantasie träumen lässt.

Welches sind die Orte, wo heute Demokratie performt wird? Piotr Piotrowski hat den Begriff „Agoraphilia“ benutzt, um das Potential der Mitgestaltung öffentlicher Auseinandersetzungen in Räumen der Kunst (worunter er ebenso Biennalen und sonstige Megaausstellungen fasst), zu benennen. Wie positioniert ihr euch in diesen symbolisch-politischen Infrastrukturen?

Und was ist mit dem Künstlerkollektiv als Camouflage für einen mikropolitischen Raum?

Ich bin gespannt auf euren nächsten Brief.
Susanne

ps: Wie ist eigentlich euer Name entstanden?

Mittwoch, 3.4.2013, Abends, DFS

Guten Abend Susanne,

die Don Quijote-Borges Geschichte welche du gestern Abend erwähnt hast, hört sich wunderschön an. Wir haben sie beide nie selber gelesen, lediglich erzählt bekommen.

Valentinas Sätze hören sich etwa so an: Culo raba nein. Pez Ente pan mehr. Mama oso Puzzle kaputt. Leche Tina auch mehr eitan no tei. Papa silla Schuhe anziehen.

Wednesday

Harbouring as part of a collective

die Tänzerin Laurie Young geht vorsichtig, vom Licht umschlungen, ihre Gedanken mit sich tragend die Agora entlang, zu sich und den Zusehern sprechend. Sie ist Zentrum und Peripherie des Geschehens.

Tänzer wissen eher, das sie sich gegenseitig brauchen. Bildende Künstler neigen dem Irrtum zu, das sie alleine sein wollen.

Nach unserem Empfinden ist es so, das Kunst immer von mehr als einer Person, von mehr als einem Geschlecht, zu mehr als einer Zeit gemacht wird.

Sie basiert auf einem Dialog mit der Welt und den Menschen um uns herum, einem Dialog mit den Anwesenden und den Abwesenden.

Wir sind umarmt von einem Kollektiv von Anderen, was eine Quelle des Vergnügens und aufregend sein kann, aber auch einengend und entfremdend. Das eigene Begehren muss permanent in einer Balance gehalten werden mit den Notwendigkeiten des Kollektivs.

Unsere Installation „Banner Study for an Agora“, welche als Teil von District auf dem Gelände der Malzfabrik steht, ist ein fragiler Versuch in einem gefährdeten Raum. Genau wie es schon die Passagen waren, über welche Benjamin schreibt, ist die Malzfabrik Privateigentum. Dieses ist teilweise öffentlich zugänglich und fungiert, genau wie ein Einkaufszentrum, als öffentlicher Raum. Hier werden diese Fragen nach Bausteinen von Gemeinschaft gestellt. Der Film „Agora“ über den wir uns hier unterhalten ist eine Aktualisierung und Erweiterung der Installation. Weg von der örtlichen und zeitlichen Beschränkung und hinein in einen poetischen, filmischen Raum ohne eigenen Körper.

Liebe Grüsse DFS

PS…die Geschichte nach unserem Namen würde hier zu viel Raum einnehmen. Es war eine Fiktion, dann eine Vorliebe für Elvis, dann Müdigkeit, dann eine Dorfdisco in Almeria.

Donnerstag, 4.4.2013, Morgens, DFS

Guten Morgen Susanne,
gestern waren wir beide Stunden lang beim Friseur und haben Vogue gelesen, bzw angesehen. Alle Mädchen (und Jungs natürlich auch) in diesem Magazin sind jünger, schöner und schlanker als fast alle die sie betrachten. Sie tragen Kleider die sich kaum jemand der LeserInnen leisten kann. Dennoch haben wir glücklich und zufrieden den Friseursalon verlassen. Vielleicht liegt es daran, das der Namen des Salons Ailobiu ist.

Die Tänzerin verschwindet im gleissenden Licht. Der Wind weht sehr stark. Die Kamera wackelt ein wenig. Das Banner hat einen leichten, schwarz samtenen, Wellengang.

Thursday

Shooting for documents of imagination

Kunst verkörpert Wahrheiten, welche historische Dokumente nicht artikulieren können. Die Fähigkeit des Künstlers sich in der Zukunft neu zu erfinden, beherbergt das Potential zusammen mit seinem Publikum ein Kollektiv zu werden.

Zombies geben dem Verlust einen Körper. Um sie zu töten muss man ihnen in den Kopf schiessen. Die Toten töten. Das Geliebte zärtlich zurückweisen. Der Trauernde kann den Verlust beim Namen nennen. Trauer begründet das Kollektiv.

Muldoon bei „Survival of the Dead“ und Hershel in „The Walking Dead“ stellen sich dem entgegen und versuchen mit ihnen zu leben.

Als dritte Möglichkeit bleibt, da es keine Welt ausserhalb gibt, das man aufgefressen wird.

Vielleicht könnte man Performance durch Deformance ersetzen und wir würden uns utopische Begehren ausdenken?

Was und wie wäre das?

Was und wo wären diese?

Wir werden jetzt durch den Park gehen, einen Kaffee trinken, dann im Reina Sofia die Ausstellung Tableau vivant von Azucena Vieites ansehen.

Liebe Grüsse DFS

Freitag, 5.4.2013, Morgens, SH

Schrift ist auch eine musikalische Reise.

Guten Morgen,
wir sind gestern unter Paul Sochackis und Roman Schramms Kronleuchter-Raumschiff aus Zweigen und glitzerndem Stoff in die Nacht geschwebt. Der Eröffnungsabend ging lang, ich konnte nicht mehr schreiben.

Die Tänzerin löst sich donnerstags in blendendem Weiß auf und erinnert mich an das Ende von Arthur Gordon Pym, der in einem phantastischen Sog aus Weiß verschwindet (nachdem die englische Entdeckungsreise zum Südpol auf der unbekannten Insel Tsalal mit dem Tod der gesamten Schiffsmannschaft ausgeht. Der Tod ist eigentlich ein Missverständnis. Die weißen Eroberer/Forscher verstehen die Sprache und Zeichen der alles Weiße fürchtenden und bekämpfenden Inselbewohner nicht). Aber auch das gleissende Licht der nuklearen Auslöschung. horror vacui. Ist die Vorstellung vom Ende notwendig für den spekulativen Umgang mit der Realität? Gibt es Zombiezombies, die nach dem Kopfschuss den verbleibenden Zombies ihren Verlust verkörpern? Über die Deformance muss ich nachdenken.

Heute schlendert sie und ihre Gedanken führen sie an der Kamera vorbei, durch sie hindurch.

Friday

Playing for some loving serenity

Ich glaube Franco Berardi sagt immer, Liebe sei der einzige Weg, um eine Revolution zu beginnen. Was liebt ihr? Und wie ist die Liebe der Zukunft?

Übrigens das Zitat oben ist Peter Weibel, Schriftmusik, 1967, Papiermusik.

Einen heiteren Tag euch!
Susa

Freitag, 5.4.2013, Abends, DFS

Guten Abend Susanne,
unser Tag war tatsächlich sehr heiter. Es war ein wenig kühl zwischendurch, aber die Sonne schien. Wir spazierten um eine riesige Brache im Süden von Madrid, in der Ciudad Los Angeles. Man fühlt sich dort sehr erinnert an die Orte, an welchen Pasolini manche seiner Filme drehte. Accattone zum Beispiel, oder auch Grosse Vögel, kleine Vögel.

Erst verschwindet die Tänzerin im gleissenden Licht und schon schlendert sie weiter. Ihre Gedanken führen sie an der Kamera vorbei und durch diese hindurch! Die Agora im Film wird von ihr nie verlassen. Immer spricht sie ihre Zeilen. Nichtsdestoweniger.

Vielleicht mag es Zombiezombies geben, vielleicht sind sie aber auch die einzigen Wesen welche keinen Verlust mehr erleiden können, sowie eines der berühmtesten Monster, Mary Shelly´s Kreatur aus Frankenstein, das einzige Wesen war das über die Nichtexistenz Gottes wusste, da es ja seinen Schöpfer persönlich kannte.

Was die Kreatur Dr. Frankenstein mehr als alles andere vorwarf, war, wie er etwas erschaffen konnte, das nicht lieben darf und nicht geliebt werden kann.

(…) ‚Cause I got too much life
Running through my veins
Going to waste
I don’t wanna die
But I ain’t keen on living either
Before I fall in love
geschrieben 2002 von Robbie Williams und Guy Chambers

Gute Nacht
DFS

Samstag, 6.4.2013, Morgens, DFS

Guten Morgen,
schwarze digitale Artfakte begleiten die Tänzerin als sie an der Kamera vorbeigeht. Sie kommt der Linse so nahe, das nur ein unscharfes Glitzern und Glimmen zu sehen ist. Fast berührt sie die Augen des Betrachters. Wie würde dieses Licht wohl schmecken wenn man es mit der Zunge berühren könnte?

Saturday

Remembering

Mit seiner Beschäftigung sowohl einen Beitrag im Heute machen, als auch Einfluss auf die Zukunft und die Vergangenheit nehmen

Verbündete haben unter den Toten, den Abwesenden und den Fiktiven.

Versuchen immer bereit zu sein, etwas zu begegnen was fern scheint. Fern in der Zeit, fern im Raum und fern in der Wahrscheinlichkeit,

Etwas begegnen was unvertraut ist und vielleicht noch nie erinnert wurde.

Liebe Grüsse

DFS

Samstag, 6.4.2013, Spätnachts, SH

Guten Abend,
es ist so spät, dass bereits die Sonne wieder scheint. Vielleicht wurde die Zeit umgekehrt und unsere Erinnerungen sind Träume und Dystopien der Zukunft?

Erinnern kann auch eine Form der Solidarität mit den Verlorenen, Vertriebenen und ins Vergessen Verdrängten sein. In Anbetracht der Amnesie oder Instrumentalisierung von Gedächtnis repressiver und ausbeuterischer Ökonomien, kann Erinnern zum Widerstand, zur politischen Geste werden. Die Künstlerin Minouk Lim hat zusammen mit der Komponistin Minwhee Lee ein Lied ohne Worte geschaffen, das für alle zur Verfügung steht, die an Orte erinnern möchten, die es nicht mehr gibt oder Menschen, die vertrieben wurden. Die Partitur, Soundfiles und Videos stehen alle online.

http://hit-run-seoul.org/archives/663

Schöne Grüsse bis zum Sonntag

Susanne

PS Ich stelle mir vor, dass das Licht vom Gewand der Tänzerin nach der langen Reise eines Meteoriten schmecken könnte, auf der Zunge würde es sich anfühlen wie Schneeflocken.

Montag, 8.4.2013, Morgens, SH

Guten Morgen Discoteca Flaming Star,
heute schlägt der Hausmeister draußen im Flur den Beat, mit dem Besen an den Holzstufen.

Es war schön, sich mit euch in Worten zu bewegen, zu sich verändernden Melodien, Rhythmen und Sounds. Wie ein Flirt auf der Tanzfläche, zwischen uns andere Tanzende. Die Verbindung eine fragile, die Berührungen fast zufällig. Ein paar kurze Gespräche an der Bar bleiben ohne Verabredung. Gewiss begegnen wir uns wieder.

Sunday

Relinquishing
everything
as a discrete
dancer

Alles aufgeben, sich befreien. Augenblick sein ohne Vergangenheit und Zukunft. Die Definitionen und Kategorien verlernen, neu sehen und fühlen. Utopisches Verlangen? Kunst?

Die Tänzerin bleibt stehen. Was wünscht ihr euch für den Raum, der zurück bleibt, wenn das „Banner Study for an Agora“ verschwindet?

Auf bald. Danke.
Susanne

Montag, 8.4.2013, Abends, DFS

Guten Abend Susanne,
Die Tänzerin bleibt stehen, lehnt sich mit dem Rücken an die Wand. Am vorderen linken Bildrand bewegt sich kurz ein Schatten.

Auf dem nächsten Bild geht sie in Richtung des Betrachters.
Sie verweilt an einer anderen Stelle derselben Wand.

Monday. Defending as ones own life

Kunstwerke sollten ein Vorschlag sein. Ein Vorschlag um etwas zu sehen oder zu begreifen oder zu verdichten und denken zu können, was ohne sie nicht möglich wäre.

Das Banner ist ein Versuch für eine mögliche Agora. Fragil, unfertig, zeitlich begrenzt, dennoch auf seine Notwendigkeit insistierend.

In, mit, auf diesem Versuch spielt der Film Agora

“Es gibt einen radikalen Unterschied zwischen dem politischen und dem poetischen Diskurs. Der politische Diskurs muss sein Ziel definieren, was die Mittel angeht, da kann er zögern, aber nicht, was das Ziel angeht. Die Schrift besteht massiv aus Entrüstung, Aufwallen und Produktionen des Unbewussten, die Schrift ist Eurydike, die den Rücken des Orpheus sieht, aber er, Orpheus, sieht sich nicht und auch nicht Eurydike.”

Hélène Cixous “Weiblichkeit in der Schrift”

Auf bald. Danke.
DFS